Mirjam Matti Gähwiler — 18.05.2020

«Mein Herz schlägt für das Produkt», sagt Alexandra Helbling, Managing Director bei Calida AG. Sie blickt auf jahrzehntelange Erfahrung in der Wäschebranche zurück. Sie war bei diversen Brands in unterschiedlichen Funktionen tätig, ehe sie 2011 in der Funktion als Head of Brand & Product zu Calida stiess. 2018 bot man ihr dann die Gesamtverantwortung als Managing Director an. Der Reiz dieser neuen Funktion lag für sie in der Chance, die Marke nochmals substanziell weiterentwickeln zu können, selbst im «Driver Seat» zu sein, ihre Energie und Leidenschaft zu investieren und den Weg des Unternehmens entscheidend mitzuprägen. «In dieser Funktion bin ich in so vielen verschiedenen Bereichen tätig und arbeite mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Ich empfinde das als grosse
Bereicherung.»

Alexandra Helbling
Alexandra Helbling 4 Rgb

Kreislaufwirtschaft ist die Zukunft

Calida hat sich früh auf die Veränderungen im Markt eingestellt. Einerseits gilt es, den Omnichannel-Gedanken als Marke zu verinnerlichen und die Online- und Offlinekanäle ideal miteinander zu vernetzen, um dem Kunden ein ganzheitliches Markenerlebnis bieten zu können. Andererseits hat auch in der Wäscheindustrie das Thema Nachhaltigkeit stark an Bedeutung gewonnen. «Wir waren eine der ersten Wäschebrands, die mit einem biologisch abbaubaren Shirt auf den Markt kamen.» Gerade in der Textilbranche dauert es lange, bis Veränderungen in den Prozessen gelingen und sichtbar werden. «Das Shirt war ein erster Schritt. Inzwischen decken wir mit unserer 100%-Nature-Linie alle Produktgruppen ab und haben als neusten Coup in einer Kooperation mit Viktor & Rolf eine komplett biologisch abbaubare Capsule Collection lanciert – und das in nur vier Monaten von der ersten Skizze bis zum fertigen Produkt.» Dieses Tempo ist nötig, denn man muss als Modeunternehmen zunehmend schnell und agil sein. Dennoch ist gerade Calida als Schweizer Traditionsmarke gefordert, eine Balance zu finden, welche die langjährige, treue Kundschaft mitnimmt, aber auch neue Kundengruppen anspricht. «Der bewusstere Umgang im Kleiderkonsum, den wir vermehrt feststellen, kommt unserer Strategie zugute. Wir haben nie «Fast Fashion» gemacht und stehen für qualitativ hochstehende und langlebige Produkte. Die Feedbacks der Kunden sind sehr positiv.»

Die jungen Leute wollen einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, wollen selbstbestimmt arbeiten können und eine gute Work-Life-Balance haben.

Authentisch bleiben

Angesprochen auf die Gender-Frage bei Calida sagt Alexandra Helbling: «Bei uns wird Diversity ganz natürlich gelebt. 60 Prozent unserer Führungspositionen werden von Frauen besetzt.» Sicher zieht ein Unternehmen, das von einer Frau geführt wird, auch Frauen an, die Verantwortung übernehmen wollen. Diesen rät sie: «Seid authentisch, bleibt euch selbst treu und steht für eure Anliegen ein. Und traut euch einfach!» Generell hat sie festgestellt, dass gerade junge Personen ein neues Verständnis von der Arbeit haben. In nahezu jedem Bewerbungsgespräch wird das Thema Nachhaltigkeit angesprochen. «Die jungen Leute wollen einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, wollen selbstbestimmt arbeiten können und eine gute Work-Life-Balance haben.»

Calida AG
Die Schweizer Wäsche- und Lifestylemarke Calida gehört zu den führenden Herstellern qualitativ hochwertiger Tagwäsche, Nachtwäsche und Loungewear für Damen, Herren und Kinder. Die Firma beschäftigt weltweit über 1000 Mitarbeitende und wurde 1941 gegründet.

Artikel zum Thema