Mirjam Matti Gähwiler — 26.05.2020

2019 gründeten Anna Beltzung und Mario Stucki Dimpora. Die Firma entstand als Spin-off der ETH, wo die beiden studierten. Mario Stucki beschäftigte sich sowohl in seinem Chemieingenieurwesen Master- wie später in einer Doktorarbeit mit einem globalen Problem: Immer mehr Textilien müssen immer mehr Funktionen ausüben, meistens aber ist dies nur mit viel Chemie und umweltschädlichen Lösungen verbunden.

Wie geht es umweltverträglicher? Es ist den beiden gelungen, eine umweltfreundliche Membran für Outdoorbekleidung zu entwickeln und zu skalieren, die ohne Fluorverbindung auskommt, aber genauso wasserdicht und atmungsaktiv ist wie eine mit herkömmlicher Membran hergestellte Jacke. Anna Beltzung, ebenfalls Chemieingenieurin, hat in ihrer Doktorarbeit an einem weiteren globalen Problem gearbeitet, der Mikro- und Nanoplastikverschmutzung und deren Nachweis.

Anna Beltzung und Mario Stucki
Dimpora Rgb

Anna Beltzung

Was wir machen, das soll einen grossen Impact haben. Wir wollen sinnvolle Lösungen für globale Probleme finden.

Zurück in den Kreislauf

Was beide gleichermassen antreibt: «Was wir machen, das soll einen grossen Impact haben. Wir wollen sinnvolle Lösungen für globale Probleme finden», sagt Stucki. Anna Beltzung ergänzt: «Aus Nichts etwas zu machen, hat mich immer interessiert. Wir haben die Möglichkeit neue Materialien zu entwickeln, die dereinst die Branche revolutionieren könnten.» Dabei gilt es auch zunehmend in Kreisläufen zu denken. Wer heute ein Produkt entwirft, muss sich schon zu Beginn die Frage stellen, wie dieses am Ende wieder in den Kreislauf zurückkehren kann. Gerade bei funktionalen Textilien gibt es da noch viel zu tun, sind sich beide einig. Eine vollständig biologisch abbaubare Membran ist das Ziel.

Mario Stucki

Wir schätzen es, dass wir so unkompliziert mit den Firmen arbeiten können.

Die Textilbranche ist offen

Die Offenheit, die sie innerhalb der Schweizer Textilbranche, aber auch mit internationalen Brands spüren, beflügelt das Team. «Wir schätzen es, dass wir so unkompliziert mit den Firmen arbeiten können», sagt Stucki. Noch sind viele Entwicklungen im Prototypenstadium. Wenn auch die Anfragen von den Firmen gut laufen, so ist die grosse Herausforderung noch immer die Finanzierung. «Startups in der Schweiz werden in Sachen Coaching grosszügig unterstützt. Aber Investoren zu finden ist bislang noch immer die grösste Challenge», so Stucki.

Dimpora
Dimpora wurde 2019 als ETH Spin-off gegründet. Unterstützt wurde Dimpora von der Förderorganisation Venture Kick, der Gebert Rüf Stiftung und Bridge, einem Programm von Innosuisse und dem SNF. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Dimpora durch die Auszeichnung mit dem 2. Platz beim Global Change Award der H & M Foundation im Frühling 2019.

Artikel zum Thema