Jasmin Schmid — 16.02.2021

Am 7. März gelangt das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Indonesien vors Volk. Das Abkommen berücksichtigt gleichzeitig die Interessen des Umweltschutzes, der Landwirtschaft und der Exportwirtschaft. Swiss Textiles bekennt sich klar zu diesem einzigartigen Freihandelsabkommen.

Caroline Forster. CEO der Forster Rohner Gruppe sagt warum das FHA mit Indonesien wichtig ist für die Schweizer Textilbranche.

Der Abschluss von Freihandelsabkommen und somit der erleichterte Zugang zu anderen Märkten ist für die Schweizer Textil- und Bekleidungsbranche sehr wichtig. Gerade die Erschliessung neuer Absatzmärkte ausserhalb Europas ist essenziell, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Diese Chance bietet das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Indonesien. Bei vielen Unternehmen unserer Branche steht Indonesien noch nicht im Fokus, trotz des hohen Potenzials, das die aufstrebende viertbevölkerungsreichste Volkswirtschaft bietet. Dies mitunter aufgrund der hohen Zölle, die ausländische Produkte massiv verteuern. Auf Baumwollgeweben mit einem Anteil an Baumwolle von über 85 Prozent, beträgt der Zollsatz auf dem Warenwert z.B. zehn Prozent. Durch das Abkommen wird der Zoll auf diesem Produkt innerhalb von acht Jahren auf null gesenkt.

Eine Koalition aus Bauernvertretern, NGO’s und der Grünen Partei haben aus ökologischen, sozialen und protektionistischen Gründen gegen das Abkommen das Referendum ergriffen. Zweifelsohne ist die Gewinnung von Palmöl mit ökologischen und sozialen Problemen verbunden. Zu einer Verbesserung der Situation führt jedoch nicht der komplette Verzicht von Palmöl, sondern die Förderung von nachhaltigem. Genau das beabsichtigt das vorliegende Freihandelsabkommen. Nur als nachhaltig zertifiziertes Palmöl profitiert von einer Zollpräferenz. Dabei stützt sich die EFTA auf die vier strengsten vom Markt genutzten Zertifizierungssysteme. Im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Schweiz zudem Indonesien dabei, dass breite Bevölkerungsschichten vom Abkommen profitieren können. Auch der Landwirtschaft wurde Rechnung getragen, indem die Einfuhrmengen von Palmöl auf maximal 12'500 Tonnen eng beschränkt sind. Eine Substitutionsgefahr von Schweizer Rapsöl und Sonnenblumenöl besteht nicht.

Die Schweiz bzw. die EFTA hat mit diesem Abkommen Pionierarbeit geleistet. Sie statuiert damit ein Beispiel für andere Länder, Nachhaltigkeitskriterien mit Hand und Fuss in ein Freihandelsabkommen zu integrieren. Diesen Impuls kann sie aber nur setzen, wenn das Abkommen auch in Kraft tritt. Die Basis seiner Befürworter und Befürworterinnen ist breit: GLP, FDP, SVP und die Mitte unterstützen das Abkommen, die SP ist gespalten. Der WWF glaubt ebenfalls an das Abkommen. Und schliesslich ist auch Swiss Textiles davon überzeugt!

Jasmin Schmid

Jasmin Schmid

Marktzugang, Mitglied der Geschäftsleitung
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