Jasmin Schmid — 10.12.2018

Weltweit haben Regierungen in der letzten Dekade jährlich rund 1000 neue Massnahmen ergriffen, die den internationalen Handel beeinträchtigen. Der Bundesrat setzt mit der geplanten Abschaffung der Industriezölle einen mutigen Kontrapunkt. Swiss Textiles fordert diesen Schritt seit Jahren und wird sich in der Vernehmlassung aus mehreren Gründen für den Vorschlag des Bundesrates aussprechen:

Die Schweizer Textil- und Bekleidungsbranche fokussiert sich auf wertschöpfungsintensive Prozesse zur Herstellung von hochmodischen und hochtechnischen Nischenprodukten. Unsere Firmen sind dabei auf den Import von Vor- und Zwischenmaterialien wie Garne oder Gewebe angewiesen. Dabei fällt jeweils ein Importzoll von durchschnittlich 5.6 Prozent an, der die Produktion unnötig verteuert und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

Auch beim Export können Schweizer Unternehmen profitieren. Über 70 Prozent unserer Exporte gehen in die EU. Das seit über 40 Jahre bestehende Freihandelsabkommen (FHA) ist sehr restriktiv und administrativ aufwändig. Unter anderem besteht ein so genanntes «Drawback»-Verbot, das es verunmöglicht, Waren zollfrei in die EU zu exportieren, wenn diese vorher zollbegünstigt aus Nicht-EU-Ländern in die Schweiz importiert wurden. Das FHA kann in diesem Fall nicht genutzt werden, ausser die Importzölle sind auf Null gesetzt worden.

Mit einer Abschaffung der Industriezölle profitiert unsere Branche und Konsumenten nicht nur von jährlichen Einsparungen von rund CHF 255 Mio., sondern auch von einem geringeren administrativen Aufwand und einem besseren Marktzugang in die EU.

Jasmin Schmid

Jasmin Schmid

Leiterin Wirtschaft und Statistik
T: +41 44 289 79 01
jasmin.schmid@swisstextiles.ch

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