Stefanie Hütz — 19.11.2019

«Sur(e)plus» heisst das Überthema der kommenden Ausgabe von Kontext View. Die halbtägige Trendveranstaltung für Designschaffende aus dem Textil- und Modebusiness findet am 10. Dezember im Kino Riffraff in Zürich statt. Seien Sie dabei, wenn Strukturen der Branche auf den Kopf gestellt, wertvolle Gestaltungsimpulse gegeben und tragfähige Netzwerke für die Zukunft gebildet werden!

Wenn die Branche sich radikal verändert, muss Kontext View mit-, nein sogar vorangehen. Die klassische Farbkarte als Gestaltungsgrundlage für die nächste Saison? Gibt es nicht mehr. Stattdessen wird erstmals ein Farbtool vorgestellt. Natürlich spielen Farben weiterhin eine tragende Rolle, werden aber weniger dogmatisch und vor allem nicht mehr isoliert betrachtet. Mehr denn je rückt das grosse Ganze in den Mittelpunkt. «Das Arbeitsumfeld wandelt sich. Inzwischen muss man Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ‹denken›, sich dadurch anders organisieren und neue Kompetenzen aufbauen. Diese Themen sind gerade ausschlaggebender als reine Aspekte des Designs», erklärt Evelyne Roth, kreative Leitung der Plattform Kontext, die Ausrichtung der kommenden Veranstaltung.

Evelyne Roth

Das ganze Arbeitsumfeld ändert sich, darauf gehen wir ein.
Credits: Christian Hersche, Melvin Zöller
Komposition

Überproduktionen und in der Folge mangelnde Begehrlichkeit, dazu die gestiegenen ökologisch-sozialen Ansprüche – Gestaltungen, Produkte und Dienstleistungen müssen Mehrwerte bieten, um Konsumentinnen und Konsumenten zu überzeugen. Was dieses Mehr, dieses Plus ist, das aber ist gar nicht so «sure», so sicher, so fraglos. Am 10. Dezember soll es greifbarer werden.

Weniger ist mehr, auch das ist oft zu hören. In welcher Form ist dieses Weniger mehr? Konsumverzicht kann und sollte nicht die Lösung sein. Wie aber kann sie aussehen?

Eine grosse Portion an Mut und Möglichkeiten wird der Vortrag von Manuel Schweizer zum Ausdruck bringen. Der Geschäftsführer der OceanSafe AG mit Sitz in Bern sowie des unlängst von ihm erworbenen Heimtextilunternehmens Deco Design Fürus in Krefeld hat sich auf den Weg gemacht, komplett biologisch abbaubare Textilien zu produzieren und ein «rundes» Kreislaufmodell dazu zu implementieren. Seine Geschichte ist hoffnungsvoll und inspirierend. Spannend auch die Frage, wie und ob die kompromisslose Nachhaltigkeitsorientierung Limits in der Gestaltung mit sich bringt – oder, wovon Evelyne Roth überzeugt ist, sogar «neue Chancen».

Was sich das Kontext-View-Team ebenfalls zum Ziel gesetzt hat: «Netzwerke zu verdichten. Denn Partnerschaften werden künftig wichtiger werden.» Ein beispielhaftes «Co-Working»-Projekt stellt Dr. Annette Mark von der Schoeller Textil AG mit dem Wear2wear-Verbund vor. Aber auch neue Designeinflüsse kommen nicht zu kurz, dafür wird unter anderem David R. Shah sorgen, CEO des niederländischen Verlags Metropolitan Publishing BV, der bekannte Publikationen wie Textile View, View2, den PantoneView Colour Planner sowie Viewpoint & Viewpoint Colour herausbringt. In diesem Sinn: Wir sind «sure», genügend Pluspunkte zu bieten, damit Sie dabei sind!

Farben sind ein wichtiger Bestandteil der Gestaltung. Aber prägt Nachhaltigkeit die Farbgebung bereits? Erstmals an der Kontext View: Dystar Cradle to cradle certified Colors
Dystar Cradletocradle Certified Colors Freigestellt

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