Björn Von der Crone/ az — 24.07.2026

Neue Zusatzzölle, Deal-Abschluss, Gerichtsurteil: Die Abgaben aus den USA halten die Schweizer Wirtschaft weiterhin in Atem. Swiss Textiles ordnet ein.

Der Zollkrimi mit den USA ist um ein Kapitel reicher: Washington hat soeben neue Zusatzzölle auf Importe aus zahlreichen Ländern angekündigt.

Für Schweizer Exporte gilt künftig ein Zollsatz von 12,5 statt wie bisher zehn Prozent. Ein klarer Nachteil gegenüber der EU-Konkurrenz, für welche zehn Prozent bestehen bleiben.

Das heisst: Auf Produkte mit einem MFN-Zollsatz (Most Favoured Nation) von bisher weniger als 12,5 Prozent werden künftig 12,5 Prozent angewendet, für jene mit einem höheren Satz bleibt der höhere bestehen.

Der MFN-Zollsatz bezeichnet im internationalen Handel den niedrigsten Zollsatz für den Warenverkehr zwischen zwei Ländern. Er soll eine faire und nicht-diskriminierende Handelsbeziehung sicherstellen.

Die Ankündigung der neuen Zusatzzölle erfolgt, nachdem die 150-tägige Frist für die bisherigen Sätze abgelaufen ist und der US-Kongress über eine Fortsetzung abgestimmt hat.

Lage bleibt unvorhersehbar und unübersichtlich

Es ist ein Krimi ohne klaren Verlauf – dafür mit Chaos. Ein Blick auf die Entwicklungen dieses Jahr genügt: Zusatzzölle, die im Winter noch galten, sind diesen Sommer wieder Schnee von gestern. Und niemand weiss, wann der nächste Sturm kommt.

So befand der US Supreme Court Donald Trumps Zölle Ende Februar zwar als illegal – wenige Tage später führte seine Regierung wieder neue Zölle ein.

Damals galten nach langem Hin und Her wieder die allgemeinen Zusatzzölle von zehn Prozent. Sie kamen zum bestehenden MFN-Zollsatz hinzu. Länderspezifische Abgaben waren wieder Geschichte. Aber: Textilien und Bekleidung sind von Beginn weg von Trumps Kapriolen betroffen.

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Donald Trumps Zolltafel, April 2026. Bild: Keystone

Hilfe bei der Rückforderung

Immerhin: Unternehmen können die zu viel gezahlten Zölle über das elektronische ACH-Refund-Verfahren der US Zollbehörden CBP zurückfordern. Unser Partner Switzerland Global Enterprise bietet hier eine Übersicht zum Prozess.

Im November 2025 handelten die Schweiz und die USA einen Deal aus. Dennoch sind Schweizer Produkte seither im Durchschnitt schlechter gestellt. Während ursprünglich 15 Prozent als Obergrenze galten, sind die neuen Zölle gerade für Textilien und Bekleidung tendenziell höher.

Warum weiterverhandelt werden muss

Entscheidend ist darum, die Verhandlungen fortzuführen und eine Einigung zu erreichen. So, wie es der Bundesrat derzeit plant. Swiss Textiles begrüsst dieses Vorgehen.

Ein Abkommen könnte die dringend benötigte Planungssicherheit bieten. Insbesondere für den Fall dass die US-Regierung wieder auf länderspezifische Zölle umschwenken sollte.

Mehr zum Thema: USA: Das bringt der Zoll-Deal der Textilbranche

Swiss Textiles beobachtet die Lage weiterhin und steht seinen Mitgliedern beratend zur Seite.

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