Mit seinem biologisch abbaubaren Material Nanea will Ocean Safe Polyester ersetzen und das Mikroplastik-Problem lösen. Textilhersteller können es nutzen, ohne dabei ihre bestehenden Produktionsanlagen umstellen zu müssen. Internationale Modeketten testen es nach der Entwicklung.
(CONNECT) Das Berner Start-up Ocean Safe AG hat mit dem Textilmaterial Nanea einen Ersatz für Polyester geschaffen, um das Problem mit Mikroplastik anzugehen. Das Material ist biologisch abbaubar und fügt sich zirkulär in den natürlichen Kreislauf ein, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.
Textilhersteller könnten damit auf ihren bestehenden Produktionsanlagen arbeiten. 300 internationale Textil- und Modehäuser testen die Produkteneuheit derzeit. 17 Kunden nutzten sie bereits kommerziell, bei mehr als 60 weiteren laufe die Test- und Pilotphase.
Damit will das Swiss Textiles-Mitglied eine internationale Lieferkette aufbauen, um den Umgang mit Polyester grundlegend zu verändern und die globale Mikroplastikabfallmenge zu senken.
Die Kunstfaser stecke im Grossteil der jährlich produzierten Textilien. Bei jedem Waschgang und bei Abrieb lösen sich mikroskopisch kleine Kunststofffasern und gelangen über Abwasser in Flüsse und Ozeane. Dem Startup zufolge stammt mehr als ein Drittel des Mikroplastiks in den Weltmeeren aus Textilfasern.
«Während sich herkömmliches Polyester (PET) über Jahrhunderte anhäuft, baut sich Nanea gemäss unabhängigen Tests innerhalb weniger Monate im Meerwasser ab», heisst es. Die Entwicklung setze auf eine Drop-in-Technologie, welche ohne das Flammschutzmittel Antimon und Schwermetalle auskommt.
Im Vergleich zu PET sinken die CO2-Emissionen um mehr als zwei Drittel und es entstehen keine persistenten Mikroplastikpartikel. Zudem wird der gegenüber Baumwolle 97 Prozent weniger Wasser verbraucht.
Ocean Safe entwickelt die Technologie und vergibt zur Produktion Lizenzen an Industriepartner entlang des textilen Wertschöpfungskreislaufs. «Für uns ist das nicht nur eine technologische Innovation, sondern eine Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen», sagt CEO und Gründer Manuel Schweizer. ce/heg, az
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