Gebrauchte Arbeitsbekleidung lässt sich mechanisch wiederverwerten. Das zeigt eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU), die Innosuisse gefördert hat. An dem Projekt beteiligten sich Mitglieder wie CWS, Datamars und Texaid.
(CONNECT) Die Hochschule Luzern hat in einem Pilotversuch neue Stoffe hergestellt, die bis zu 39 Prozent wiederverwertetes Material enthalten. Die Studie der Forschungsgruppe Produkt & Textil zeigt: Gebrauchte Arbeitsbekleidung lässt sich grundsätzlich recyceln.
Am von Innosuisse geförderten Projekt beteiligten sich mehrere Unternehmen. Darunter war ein Entwickler von zirkulär optimierten Kleidungsstücken für Pflegepersonal. Mitglied CWS-boco Suisse SA aus Opfikon lieferte derweil das Material und brachte ihre Expertise in der Industriewäscherei ein. Texaid aus Schattdorf sammelte und sortierte die ausrangierten Textilien. Der Datenspezialist Datamars aus Lamone entwickelte Modelle zur Datenteilung in der Wertschöpfungskette. Auch Coop, der Maschinenbauer Säntis Textiles aus Bühler AR und Sustainable Textiles Switzerland 2030 wirkten mit.
Das Projekt machte auch die Hindernisse auf dem Weg zur textilen Kreislaufwirtschaft sichtbar. Die Qualität der neuen Stoffe muss sich verbessern, um die Anforderungen an Arbeitsbekleidung zu erfüllen. Vor allem müssen die Kosten sinken. Eine bessere Vernetzung der Beteiligten, zirkuläre Designstrategien und die Nachverfolgung der Materialströme können dazu beitragen.
«Solange recycelte Fasern teurer sind als Frischfasern, ist die Verbrennungsanlage die grösste Konkurrenz für einen Textilkreislauf, selbst wenn die Branche selber durchaus engagiert ist», sagt Tina Tomovic, Expertin für textile Kreisläufe und Dozentin an der HSLU.
Andrea Weber-Hansen weist in einem separaten Interview darauf hin, dass die Wiederverwertung von Textilien noch ganz am Anfang steht. «Genau genommen gibt es Textilrecycling noch gar nicht», sagt die Professorin und Leiterin des Kompetenzzentrums Produkt & Textil. Es fehle im industriellen Massstab die Möglichkeit, Textilfasern so aufzubereiten, «dass wieder neue, hochwertige Fasern entstehen». ce/ug, az
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